szmmctag

  • title-19451295

    Eigentlich wollte ich noch die letzten Erinnerungsfetzen aus meinem Urlaub festhalten, aber ich stelle fest... meine Erfahrungen beim Yoga und was das mit meinem Hirn gemacht hat, sind zu intim und klingen zu weird um sie in die Welt hinauszuposaunen. Da bleibt dann nur der Rest.^^

    Aber es gibt ja auch Impressionen, die vielleicht jeder für sich selbst kennen und auch lieben lernen könnte.

    Ich gestehe, dass ich die meiste Zeit in meinem Urlaub mit Chill'n verbracht hab'. Wie sich das gehört. Die ersten drei Tage habe ich quasi durchgeschlafen. Meinem Schlaf konnten weder Anrufe noch der Versuch meine Zimmertür von Außen zu öffnen etwas anhaben. Jedenfalls am Abend. Morgens bin ich einmal mit der Sonne aufgewacht. Ich habe ihr entgegen geblinzelt und diese Farbpracht hinter den Hügeln voller Palmen so unendlich genossen. Dabei schön aufgerichtet und in den Bauch geatmet.

    In neuer Lieblingsschlonzhose bin ich meist mit O-Saft und Frühstück auf die Terrasse geschlurft. Habe mich in die Sonne gesetzt und so richtig gelebt. Ich musste nie sonderlich lange auf die albanische Königin warten. Und wenn doch, habe ich mich immer wunderprächtig mit allen Gästen und Angestellten des Hostels unterhalten. Das junge französische Ehepaar und ich hatten viel Spaß. :)) Der schwule Italiener und sein befreundetes Paar haben für mich 'Oasis' auf der Gitarre gespielt und gesungen. Die albanische Königin erzählt der portugiesischen Kartoffel, dass ich seinem Hostel gute Bewertungen bescheren werde, so wie ich alle Gäste um meinen kleinen Finger wickel'.

    "Endlich bist du wieder die alte Inga." höre ich von der Frau, mit der ich seit einem Jahr sehr viel Zeit teile.

    Die Nachmittage haben wir immer am Strand verbracht. Nicht so oft, wie geplant mit Surfbrett. Aber eben doch das eine oder andere Mal. Es gab Tage an denen ich unglaublich motiviert bei der Sache war. Nicht zuletzt, weil ich mich gar nicht mal so dumm anstellte und ziemlich schnell Blut geleckt hatte, als es einigermaßen lief. Die Geschwindigkeit unter mir zu spüren, war schon recht beeindruckend. Wenn auch nur immer sehr kurz. Mit tierischem Muskelkater und etlichen blauen Flecken an meinem Körper wachte ich am nächsten Morgen wieder auf. Das hatte sich gelohnt.

    Es gab auch Tage an denen war ich eigentlich schon vollkommen am Ende, als ich mich in den Wetsuit gequält hatte. Mit Brett im Griff rannte ich gegen Wände aus Wellen und diese rissen mich eher zurück zum Strand, als auf's Board.

    An jenem Tag diente das Surfboard mehr des Posings, als des Surfens. Wenn ich schon scheitere, kann ich dabei ja wenigstens eine gute Figur machen. dachte ich mir.

    Ich würde aber behaupten, dass ich die schönste Zeit hatte, wenn ich Muscheln und Steine sammeln gegangen bin. Immer wieder mal habe ich genauer hingesehen und so viel Schönes entdeckt. Wobei meine Begeisterungsfähigkeit für so ziemlich alles dort gereicht hat. Aber es ist wirklich beruhigend, wenn man sich mal Zeit nimmt die Natur und das Leben darin zu betrachten. Ich habe durchgeatmet. Immer in den Bauch. Bei aufrechter Körperhaltung. Wie ich es beim Yoga gelernt habe. Neun Tage. Es hat nicht gereicht. Ich bin traurig, als wir den Strand am letzten Abend verlassen. Obwohl ich mich doch auf mein Zuhause freue.

    Ich hatte das Gefühl, nicht ausreichend gesehen zu haben, obwohl mich unser Ausflug zur Mittelalterburg ein paar Orte weiter schon sehr sprachlos gemacht hat. Sprachlos war ich, weil das alte Gemäuer zwischen Palmen und Olivenbäumen im Sonnenuntergang so herrlich geleuchtet hat. Lissabon musste ich sausen lassen um noch mehr am Strand zu sein. Um zu lesen, zu laufen oder um in die Wellen des Atlantiks zu hüpfen.

    Jetzt weiß ich, wie Urlaub sich zu kurz anfühlen kann. Meine Akkus sind vielleicht bis zu 35 % aufgeladen. Ansonsten bin ich jetzt leider wieder recht schnell die Alte geworden. Natürlich schaue ich 'Breaking Bad' nun mit Originalton noch mal. Mein Überschwang von Kreativität reißt nicht ab. Allerdings habe ich viel zu viele Ideen für zu wenig freie Zeit. Es bleibt nicht die Möglichkeit, mich auszuleben. Weil ich tendenziell nur vereinzelte Tage in der WG bin und wohl kaum mein halbes Hobbyzimmer in die kleine Wohnung meines Partners schleppen kann. Und in der WG wohnen und begegnen einem immer so viele nette Menschen... Schwups ist nach dem Feierabend und einigen Gesprächen auch schon wieder Schlafenszeit.

    Meine Hood hat sich verlagert. Unbeabsichtigt. Aber ich habe das mit sehr viel Freude gefeiert. Good old Barmbek. dachte ich, als ich Samstag das Abendbrot beim Gemüsehändler in der Fuhle kaufte und mich nicht an eine Supermarktschlange stellen musste.

    Nun denn. Ich dachte, dass ich mal wieder etwas aktiver werden würde, aber ich trödel und trottele immer noch die ganze Zeit so vor mich hin. Ich weiß, was ich alles möchte, könnte, sollte und müsste. Nur fehlt mir die Energie dazu.

    Obwohl ich irgendwie schon nach den nächsten Flügen schau' weil mein Hintern viel zu voll mit Hummeln ist, bin ich überwiegend froh, wieder viel in Barmbek zu sein. Mit dem besten Mann ist halt alles schön. Selbst matschiger Pflaumenkuchen, der wesentlich besser schmeckt, als er aussieht. Die albanische Königin zwischen uns auf der Couch, während wir gespannt ihrem Problem mit der portugiesischen Kartoffel lauschen. 'Skip-Bo' mit seiner Oma, die uns quasi nur abzieht. Stullen schmieren und Sonntagabendzockerei versus Nagellackparty in Monsieurs Wohn- und Schlafgemach.

    Neues gibt es nicht wirklich. Nur der Eindruck, den ich wenige Tage nach meiner Heimkehr aus Portugal von mir selbst gewinne ist mir unbekannt. Beim Durchschauen der Urlaubsbilder seh' ich mir noch mal genauer an, wie ich mit Surfboard im Arm wirke. Das bin ich?! Ernsthaftig war es gut, dass ich mich mal so wahrnehme. Im Bikini. Schon irgendwie recht nice. Uneigentlich bin ich immer wieder ein bisschen fassungslos, wenn ich diese Fotos betrachte.

    Darauf gönn' ich mir eine ordentliche Portion Narzissmus und starte in eine neue Woche.

  • title-19207976

    Jeder der behauptet, dass Sehnsucht etwas Schönes sei weil dies Vorfreude bedeute, ist ein Spinner.

    Sehnsucht ist etwas ganz, ganz Furchtbares.

    Ich habe heute leider kein Foto für dich.

    tippe ich ins Handy, wische die Krokodilstränen von meinen geschwollenen Lidern und rede mir ein, dass die Zeit schneller vergeht, wenn ich mehr schlafe, was auch nicht unbedingt funktioniert.

    Ich leide. Wie noch nie. Deswegen kann ich auch kein albernes Selfie von mir verschicken.

    Ich glaube, ihm geht's ziemlich ähnlich. Mit dem Leid und der Sehnsucht. Nur weint er vermutlich nicht heimlich mit Wärmflasche und Schokoeis im Bett.

    So ist das mit der Liebe. Manchmal ist die ganz schön Scheiße.^^

    Das Ding is' ja, dass wir uns darauf geeinigt haben, wie sehr er und ich gegen den Rest der Welt zusammenhalten. Das funktioniert nur nicht so gut, wenn wir uns auf verschiedenen Kontinenten und in relativ gegensätzlichen Zeitzonen befinden.

    Schön, dass ich selbst die legitimsten Emotionen versuche plausibel zu rechtfertigen. :roll: Ich muss mir das auch echt mal abgewöhnen...

    Ich hatte mir so viele Dinge vorgenommen, die ich während dieser zwei Wochen Alleinsein treiben wollte. Aber die erste Woche ist vorbei und ich habe beinahe gar nichts geschafft. Natürlich treffen wir uns hin und wieder bei Skype und whatsappen fleißig. Aber so schön es auch ist, dieser ruhigen, friedlichen Stimme zu lauschen und in dieses rotbärtige Gesicht zu schauen, so sehr fehlt mir die Anwesenheit dieses einen Menschen an meiner Seite.

    Meine Homebase ist nicht Zuhause.

    Ich wollte basteln, Marmelade kochen, häkeln, putzen, backen, Koffer packen und sporteln. Aber ich bin für alles zu traurig. Ich habe eine ganze Wohnung für mich in der ich mich geborgener fühle, als an dem Ort für den ich Miete bezahle. Aber all die Geborgenheit sorgt nur dafür, dass ich mich einigeln und leidenschaftlich leiden möchte. Wie kann das eigene Wohlbefinden so sehr von der physischen Nähe eines anderen Menschen abhängen?

    Es sollte ein Lichtblick für mich sein, dass ich nächste Woche ebenfalls in die Sonne fliege um zu surfen, am Strand zu chill'n und mir Lissabon anzusehen. Aber der wahre Lichtblick liegt eher darin, wenige Stunden vor Abflug meine Homebase in Empfang zu nehmen und sie kurz zu genießen. Die Homebase-Vorfreude ist getrübt von dem befremdlichen Gefühl, nach wenigen Stunden Zweisamkeit, schon wieder allein auf Achse sein zu müssen.

  • title-18918188

    Neuer Versuch:

    Den Kleiderschrank ausgeräumt, Dreiviertel des Inhalts an Flüchtlinge gespendet. Schuhe, Bücher, Filme und Musik verschenkt, verkauft oder noch bei Ebay drin.

    Fotos und Briefe zum Verbrennen bereit gelegt. Das gibt ein Feuerwerk. Schmuck weggeschmissen. Festplatte vom Rechner, der seit zwei Jahren nicht genutzt wurde mit Hammer zertrümmert und entsorgt. Rechner auch. Alles muss neu.

    Fertig bin ich noch lange nicht, aber es fühlt sich schon mal sehr gut an! Es ist prima, sich zu minimieren. Es ist richtig, unschönen Ballast aus der Vergangenheit loszuwerden aber dafür nur Schönes mit in die Zukunft zu nehmen.

    Ich hoffe dadurch ja auf wesentlich weniger Möglichkeiten binnen Minuten akuteste Unordnung zu schaffen.

    Im Büro komme ich auch langsam in die Gänge... Langsam, wenn die Tagesform stimmt.

    Während ich all das Liegengebliebene sortiere, ordne ich auch meinen Kopf neu. Furchtlose, moralische Inventur mit mir Selbst. Abschiede. Trennungen.

    Mein neues Donnerstagabendprogramm mit einer Gruppe von gleichgesinnten, erwachsenen Kindern (...) hilft. Ich habe dort Aufgaben übernommen, mich eingefügt und freue mich immer wieder auf das anschließende sleepover-Date beim geilen Gast.

    Ja, den gibt es noch. Präsenter, als je zu vor für mich. Bester Mann. Ich schwör'.

    Geht gut. Auch, wenn es momentan nicht so den Anschein hat. Ich gebe mir Mühe, mein Herz nicht mehr so sehr auf der Zunge zu tragen. Ich übe noch. Dafür funktioniert es jetzt wesentlich besser, meinen Mitmenschen (insbesondere meinem Partner) zu vertrauen. Kein Ausraster mehr. Nur noch pure Harmonie und Freude.

    Soziale Kontakte pflege ich derzeit schlechter, denn je. In der Hoffnung, dass es mir niemand übel nimmt, wenn ich endlich damit aufgehört habe so beschäftigt mit mir selbst zu sein.

    Ist wohl alles ein Prozess.

    Wird schon. Und wenn nicht... ist das ja auch nichts Neues mehr für mich.

  • title-17954588

    In der Realität züchte ich eben nicht bloß Honigkuchenpferde und tänzel' über Regenbögen.

Über mich
E-Mail-Abonnement

Hier kannst Du für neue Einträge dieses Blogs eine E-Mail erhalten.

Nach oben

Footer:

Die auf diesen Webseiten sichtbaren Daten und Inhalte stammen vom Blog-Inhaber, blog.de ist für die Inhalte dieser Webseiten nicht verantwortlich.